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DONHAUSER, Peter

Elektrische Klangmaschinen. Die Pionierzeit in Deutschland und √–sterreich

2007

Mittwoch 14. Mai 2008, von Rob Weale

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Diese Ver√∂ffentlichung ist auf dem Gebiet der historischen Klangerzeugung ein Novum: Es basiert ausschlie√Ÿlich auf Originaldokumente. Die dreij√§hrige Forschungsarbeit von Donhauser untersucht die Entwicklung in Deutschland bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Ausf√ľhrlich wird der Einfluss der radikalen politischen, gesellschaftlichen und dadurch bedingten kulturellen Ver√§nderung nach 1933 ber√ľcksichtigt. Die N√§he der meisten Protagonisten neuester Musikinstrumente zur NS-Ideologie, der Wegfall von Figuren wie Paul Hindemith, sowie die Tatsache, dass ein gro√Ÿteil neuer Musik als "entartet" galt, ver√§nderten die Wirkungsgeschichte der neuen Instrumente.

Donhauser recherchierte umfangreiches Ton- und Bildmaterial. Viele Fakten k√∂nnen zum ersten Mal pr√§zise genannt werden, beispielsweise der Preis des Trautoniums, die Produktionszahlen des Neo-Bechsteins und des Elektrochords u.v.m. Die Auswahl der zahlreichen Photographien dokumentiert auch das Interesse unterschiedlichster Pers√∂nlichkeiten des Musiklebens an neuen Instrumenten, beispielsweise Erich Wolfgang Korngold an Emerich Spielmanns Superpiano oder Arturo Toscanini, der sich von J√∂rg Mager das Sph√§rophon zeigen l√§sst. Die Intension des Buches ist insbesondere, historische, kulturelle, √∂konomische, politische, aber auch technisch-funktionale Aspekte zu ber√ľcksichtigen. Die Ver√∂ffentlichung bewegt sich im Grenzbereich zwischen Technikgeschichte, Instrumentenbau, Musikwissenschaft und Kulturgeschichte. Im Anhang werden Auff√ľhrungsdaten, Tondokumente, technische Dokumentationen und √ľber 600 Patente aufgelistet.

Donhausers Buch ist auch als eine Grundlage f√ľr weitere wissenschaftliche Arbeiten geeignet. Seine Ver√∂ffentlichung verf√ľgt √ľber eine umfangreiche Sammlung von Quellenangaben wie Signaturen von Bibliotheken und Archiven, Patentanmeldungen, Artikel in Zeitschriften, Interviews mit Zeitzeugen etc.
Wer immer sich k√ľnftig mit der Vorgeschichte der Elektroakutischen Musik besch√§ftigt, insbesondere mit dem Zeitraum zwischen 1920-1945, wird an diesem Buch nicht vorbei kommen.

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